NachrichtenKrypto21 Banken bauen einen Stablecoin, doch der eigentliche Kampf gilt der Kontrolle der digitalen Geldinfrastruktur

21 Banken bauen einen Stablecoin, doch der eigentliche Kampf gilt der Kontrolle der digitalen Geldinfrastruktur

Autor: DailyCoin·

Wichtige Erkenntnisse

  • 21 Finanzinstitute planen, bis Ende 2026 ein Gemeinschaftsunternehmen zu gründen und in der ersten Hälfte 2027 einen an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin auszugeben.
  • Die Banken erwarten anschließend eine Euro-Version und später eine Ausweitung auf weitere G7-Währungen.
  • Der Stablecoin ist für Wholesale-, institutionelle und Retail-Anwendungsfälle vorgesehen und soll mit dem U.S. GENIUS Act sowie der EU-MiCA-Verordnung vereinbar sein.
  • Ein separates Konsortium aus 37 Finanzinstituten entwickelt einen Euro-Stablecoin, und mehr als 140 Unternehmen arbeiten an Open USD.
  • Laut dem Artikel dreht sich der breitere Wettbewerb darum, wer die Infrastruktur für Ausgabe, Absicherung, Abwicklung und Transfer digitaler Gelder kontrolliert.
21 Banken bauen einen Stablecoin, doch der eigentliche Kampf gilt der Kontrolle der digitalen Geldinfrastruktur

21 große Banken bauen einen Stablecoin, aber die größere Geschichte ist nicht der Token selbst. Entscheidend ist, wer die dahinterliegende Finanzinfrastruktur kontrolliert.

Die Banken planen, Ende 2026 ein gemeinsames Unternehmen zu gründen und in der ersten Hälfte 2027 einen auf US-Dollar lautenden Stablecoin zu starten. Die Initiative wird zunächst auf USD-Stablecoins ausgerichtet sein, bevor sie auf weitere Währungen der Group of Seven (G7) ausgeweitet wird, wobei dem Euro Priorität eingeräumt wird.

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Sie handeln nicht allein. Eine separate Gruppe von 37 Finanzinstituten, Qivalis, entwickelt einen auf Euro lautenden Stablecoin, während ein Konsortium von mehr als 140 Unternehmen an einem eigenen Open USD Stablecoin arbeitet.

Diese Überschneidung ist bemerkenswert. Die traditionelle Finanzwelt betrachtet Stablecoins nicht mehr als Nebenschauplatz. Banken sehen sie zunehmend als Infrastruktur und wollen direkt an diesem Layer beteiligt sein, zumal Regulierungsbehörden in den USA und Europa die Regeln konkretisieren, die prägen könnten, wie diese Vermögenswerte ausgegeben und genutzt werden.

Der Schritt der 21 Banken

21 Finanzinstitute, darunter Bank of America, Goldman Sachs, Citi, Wells Fargo, UBS, Deutsche Bank, Santander und MUFG, bestätigten Pläne, bis Ende 2026 ein Gemeinschaftsunternehmen zu gründen und in der ersten Hälfte 2027 einen US-Dollar-Stablecoin zu starten.

Als Nächstes ist eine Euro-Version vorgesehen, weitere G7-Währungen sollen folgen. Der geplante Stablecoin ist für Wholesale-, institutionelle und Retail-Anwendungsfälle gedacht.

Die Gruppe erklärt, der Token solle auf die Einhaltung des U.S. GENIUS Act sowie der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) der Europäischen Union ausgerichtet werden.

Die Bedeutung des Projekts liegt nicht nur darin, dass ein weiterer Stablecoin auf den Markt kommen könnte. Die beteiligten Banken bringen bereits mit, was viele bestehende Emittenten erst im Laufe der Zeit aufbauen mussten: regulierte Bankbeziehungen, Unternehmenskunden, Verwahrungsinfrastruktur, Compliance-Fähigkeiten und Zugang zu etablierten Zahlungsnetzwerken.

Diese Kombination könnte einem von Banken emittierten Stablecoin einen spürbaren Vertriebsvorteil verschaffen, insbesondere in Märkten, in denen Unternehmen bei Treasury-Management, Abwicklung und grenzüberschreitenden Zahlungen bereits auf Banken setzen.

Der Wettbewerb geht über den Stablecoin hinaus

Die neue Initiative würde die Banken direkt mit etablierten Dollar-Stablecoins wie USDT und USDC konfrontieren. Doch der größere Wettbewerb formiert sich rund um den Stablecoin selbst, da Stablecoins zunehmend wie eine neue Ebene des Finanzsystems erscheinen und große Institutionen frühzeitig ihre Position in diesem Layer sichern wollen.

In Europa entwickelt Qivalis, ein Konsortium aus 37 europäischen Finanzinstituten, bereits einen regulierten Euro-Stablecoin.

Ein Konsortium aus mehr als 140 Unternehmen arbeitet zudem an Open USD, einem Stablecoin-Projekt, das von Firmen aus den Bereichen Zahlungsverkehr, Finanzwesen und Technologie unterstützt wird. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Visa, Mastercard, Stripe, BlackRock, BNY, Standard Chartered, Google, Shopify und Ripple.

Zahlungsnetzwerke bauen zunehmend rund um Stablecoins auf, anstatt die Infrastruktur vollständig den Emittenten zu überlassen.

Visa, das seit 2021 USDC-Abwicklung unterstützt, erweitert seine Blockchain-Unterstützung und Infrastruktur, damit Banken und Fintechs Stablecoins über sein Netzwerk nutzen können.

BlackRock verfolgt einen anderen Ansatz, konzentriert sich aber ebenfalls auf die Cash- und U.S.-Treasury-Assets, die digitale Dollars absichern können.

Im August 2026 startete BlackRock BRSRV, ein tokenisiertes Vehikel, das in Cash und kurzfristige U.S. Treasuries investiert und zugleich als Reservevermögen für Payment-Stablecoins dienen kann. Das Produkt baut auf BlackRocks bestehender Tokenisierungsstrategie auf, darunter BUIDL, sein tokenisierter Treasury-Fonds.

Das Ergebnis ist eine entstehende Aufteilung des Marktes. Tether und Circle haben führende Positionen bei der Ausgabe von Stablecoins und bei der Liquidität aufgebaut. Visa entwickelt Zahlungsrails. BlackRock positioniert sich bei tokenisiertem Cash, Treasury- und Reserve-Infrastruktur. Und nun sichern sich auch die großen Banken ihre eigene Rolle.

Der eigentliche Kampf ist die Infrastruktur

Darum ist die Initiative der 21 Banken über die Einführung eines weiteren Stablecoins hinaus relevant. Die Banken wollen eine direkte Rolle dabei spielen, wie digitales Geld ausgegeben, abgesichert, abgewickelt und bewegt wird.

Wenn Stablecoins ein zentraler Bestandteil globaler Zahlungen und Finanzmärkte werden, entscheidet die Kontrolle über diese Infrastruktur darüber, wo die wirtschaftliche und strategische Macht liegt.

Der Wettbewerb dreht sich nicht nur darum, welcher Stablecoin gewinnt, sondern darum, wer die Infrastruktur hinter digitalem Geld kontrolliert.

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